Entzug von Substitol® und Compensan®: Ein Weg aus der Abhängigkeit
Die Bewältigung einer Abhängigkeit von Substitol® oder Compensan® – Medikamente, die in Österreich zur Substitutionsbehandlung bei einer bestehenden Opiat-Abhängigkeit abgegeben werden – ist eine große Herausforderung, die professionelle Unterstützung erfordert. Ein kalter Entzug von diesen Medikamenten und die damit einhergehende Angst vor Entzugssymptomen stellt für Betroffene zumeist eine große Hürde dar.
Ein Entzug von Substitol® oder Compensan® ist ein bedeutender Schritt, der Mut und Entschlossenheit erfordert. Wir verstehen die Sorgen, die mit diesem Vorhaben verbunden sind, und stehen Ihnen mit fundierter Erfahrung sowie innovativen Behandlungskonzepten zur Seite, um diesen Übergang für Sie sicher und bewältigbar zu gestalten. Unser Ziel ist es, Sie kompetent auf Ihrem Weg in ein selbstbestimmteres Leben zu begleiten. In einem vertraulichen, einfühlsamen Gespräch besprechen wir Ihre aktuelle Situation und finden eine Strategie, die zu Ihrer Situation passt.
Unterstützung durch unsere Klinik
Unser Ansatz kombiniert Technologie mit einer umfassenden medizinischen und persönlichen Betreuung, um den Entzug so erträglich wie möglich zu gestalten:
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Neuro-Elektrische Stimulation (NES): Der Neuro Jet® IX ist in zentrales Element unserer Behandlung, das Entzugssymptome lindert, sobald diese einsetzen.
- Stoffwechselunterstützung: Durch die Stimulation der körpereigenen Endorphinproduktion wird der Stoffwechsel unterstützt und der Entzugsprozess beschleunigt.
- Verbesserter Schlaf: Viele unserer Klinikgäste können dadurch erstmals wieder schlafen und empfinden den Entzug als weitaus weniger belastend.
- Individuelle Medikation: Zusätzlich zur Neurostimulation erfolgt eine individuelle symptomatische Behandlung (z. B. gegen das Restless-Legs-Syndrom).
- Persönliche Unterstützung: In unserer Klinik legen wir größten Wert auf eine private und familiäre Atmosphäre. Unsere engagierten Mitarbeiter stehen Ihnen rund um die Uhr zur Seite, um Sie während des gesamten Entzugsprozesses zu begleiten, zu motivieren und zu unterstützen. Wir nehmen uns die nötige Zeit, um umfassend auf Ihre persönlichen Fragen und Anliegen einzugehen.
- Organisation der medikamentösen Abstinenzhilfe: Die regelmäßige Einnahme eines „Opiatblockers“ (Naltrexon HCL) im Anschluss an den Entzug verhindert, dass Opioide erneut ihre Wirkung entfalten können.
Voraussetzungen für einen erfolgreichen Entzug Substitol-Entzug
Damit der Weg aus der Abhängigkeit nachhaltig gelingt, sollten bestimmte Rahmenbedingungen gegeben sein. Wir legen Wert auf eine klare Vorabklärung Ihrer Situation:
- Stabilität im Alltag: Eine stabile Lebenssituation sowie ein unterstützendes soziales Umfeld sind wesentliche Faktoren für den Entzugserfolg.
- Individuelle Gesundheitsanalyse: Vor Beginn klären wir Ihren aktuellen körperlichen und psychischen Zustand (z. B. Begleiterkrankungen), um die Behandlung sicher auf Sie abzustimmen.
- Persönliche Entschlusskraft: Die eigene Motivation, den Weg in die Abstinenz zu gehen, ist der entscheidende Motor für den Therapieerfolg.
- Definierte Zielsetzung: Ein klares Ziel und ein festes Setting für die Zeit nach dem Klinikaufenthalt müssen bereits vorab definiert sein.
Vorbereitung auf den Substitol®- und Compensan®-Entzug
Eine gute Planung mindert die Angst vor Entzugssymptomen und erhöht die Erfolgsaussichten:
- Eingangsdosierung: Ein stationärer Entzug ist bei uns ab einer Menge von maximal ca. 240 mg täglich (orale Einnahme) möglich. Generell gilt: Je tiefer die Dosierung, desto einfacher der Verlauf. Sollten Sie eine höhere Dosis einnehmen, beraten wir Sie gerne zur schrittweisen Reduktion im Vorfeld.
- Anpassung der Konsumform: Für einen Entzug ist die Umstellung auf eine rein orale Einnahme von Substitol® wichtig.
- Kurzzeitige Umstellung auf länger wirksame Opioide: In bestimmten Fällen kann es vorteilhaft sein, wenige Tage vor dem Entzug auf ein länger wirksames Opioid wie Methadon (z.B. Methasan®) oder Polamidon (z.B Levo-Methasan®) umzusteigen. Dies beeinflusst die Entzugsdynamik positiv.
- Fachliche Begleitung bei der Reduktion: Wir wissen, dass viele Betroffene in ihren Substitutionsstellen oft wenig Unterstützung beim Abdosieren erhalten. Wir bieten Ihnen hier das nötige Know-how und Begleitung.
Verlauf des Entzugs
Die Wahrnehmung eines Entzugs ist sehr individuell. Wie intensiv und herausfordernd die Symptome erlebt werden, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Dazu gehören die gesundheitliche Konstitution, das Lebensalter, die bisherige Konsumhöhe und Konsumform sowie die gesamte Konsumdauer. Auch Ihre persönliche Einstellung und die Perspektive auf ein Leben nach der Abhängigkeit spielen eine entscheidende Rolle. Der Hauptteil der körperlichen Umstellung dauert bei uns etwa drei Tage. In dieser Zeit können folgende Symptome stärker, schwächer oder gar nicht auftreten:
- Körperliche Entzugserscheinungen: In dieser Phase reagiert der Körper unter anderem mit einer Weitstellung der Pupillen, Schwitzen, Übelkeit und Bauchkrämpfen. Auch eine verstärkte Schmerzwahrnehmung (Hyperalgesie), das Restless-Legs-Syndrom (RLS) oder ein erhöhter Puls können auftreten.
- Psychische Dynamik während des Entzugs: Parallel zum Körper fordert der Entzug auch die Psyche heraus. Es ist eine Zeit, in der unterdrückte Gefühle, Ängste und eine tiefe innere Unruhe spürbar werden können. Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen begleiten diesen Prozess, während das Gehirn lernt, wieder ohne Betäubungsmittel zu funktionieren. Das Verlangen nach der Substanz („Craving“) kann phasenweise intensiv sein, wird jedoch durch unsere Begleitung und die Neurostimulation etwas abgefedert.
- Erholungsphase: Am 4. Tag setzen die Selbstheilungskräfte verstärkt ein. Wir besuchen mit unseren Klinikgästen bereits ein Thermalbad. Das warme Wasser lindert verbleibende Symptome und lässt Sie die neugewonnene Freiheit bereits etwas genießen.
- Nüchternheit („Auftauen der Seele“): Wenn die dämpfende Wirkung der Opiate nachlässt, beginnt das „Auftauen der Seele“. Die Wahrnehmung wird klarer, Farben und Geräusche wirken lebendiger und Emotionen sind wieder unmittelbar und deutlich erlebbar.
Was sind Substitol® und Compensan®?
Substitol® und Compensan® sind verschreibungspflichtige Medikamente, die spezifisch in der Opioid-Substitutionstherapie (OST) in Österreich (Substitol® zunehmend auch in Deutschland) abgegeben werden.
Gemeinsame Basis: Retardiertes Morphin in der Substitutionstherapie
Sowohl Substitol® als auch Compensan® retard basieren auf dem aktiven Wirkstoff Morphin, der ursprünglich aus dem Schlafmohn gewonnen wird. Ihre Eignung für die Substitutionstherapie liegt in ihrer Retard-Formulierung (verzögerte Freisetzung wenn korrekt oral eingenommen).
Die Wirkung von Substitol® und Compensan®
Diese Präparate enthalten den Wirkstoff Morphin in einer speziellen Retard-Formierung, die den Wirkstoff gleichmäßig über den Tag an den Körper abgibt.
- Wirkungsweise im ZNS: Morphin wirkt im zentralen Nervensystem als Agonist an den μ-Opioid-Rezeptoren. Die Effekte beruhen auf der Bindung an diese Rezeptoren, wodurch die Schmerzweiterleitung behindert und das Schmerzempfinden gesenkt wird.
- Toleranzentwicklung: Bei längerer Einnahme passt sich der Organismus an die Dauerzufuhr an. Dies verlangt oft nach immer höheren Dosen, um den gleichen Effekt zu erzielen. Infolgedessen wird die Dosis oft schrittweise weit über die ursprüngliche Empfehlung erhöht.<
Beobachtete Nebenwirkungen
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen von Morphin-Präparaten wie Compensan® sind Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen und Benommenheit.
Substitol-Entzug in der ESCAPE Klinik
Qualität
Signifikante Reduktion von Entzugssymptomen durch Stimulation körpereigener Opioide und unterstützender Medikation
Fragen und Antworten zum Substitol®-Entzug
Warum ist unsere Fachklinik die richtige Wahl für Ihren Substitol®-Entzug?
Als spezialisierte Fachklinik verfügen wir über viel Erfahrung mit den besonderen Wirkmechanismen und Entzugsdynamiken von Substitol®. Wir bieten Ihnen einen schnellen, sanften und diskreten Entzugsweg – fernab vom üblichen Therapiestress. Während Ihres Aufenthalts wohnen Sie in einem komfortablen Einzelzimmer und werden empathisch sowie fachkundig betreut. Die bewusste Begrenzung auf nur 2–3 motivierte Patienten ermöglicht eine familiäre Atmosphäre, in der Ihre Genesung im Mittelpunkt steht. Unsere Expertise beginnt bereits vor der Aufnahme: Wir sind bekannt für unsere ausführliche Beratung und Anleitung im Vorfeld eines Entzugs. Als Pioniere auf diesem Gebiet entwickeln wir die Methode der Neurostimulation bereits seit den späten 90er-Jahren stetig weiter. Auch wenn es mittlerweile viele „Konzept-Kopien“ gibt – bei uns vertrauen Sie auf das Original.
Wie lange dauert der Substitol®-Entzug in Ihrer Klinik?
In unserem stationären Setting wird die akute körperliche Phase in 5 Tagen (Montag bis Freitag) bewältigt. Durch den Einsatz des Neuro Jet® IX wird der Stoffwechsel so effizient unterstützt, dass der Entzugsprozess im Vergleich zu herkömmlichen Methoden verkürzt wird. Damit es bewältigbar ist, einen Entzug von Opioiden / Opiaten in 5 Tagen zu überwinden, braucht es vor allem etwas Disziplin im Umgang mit der letzten Dosis und eine gute Vorbereitung (Eingangsdosierung).
Welche Entzugserscheinungen können beim Absetzen von Compensan oder Substitol auftreten?
Zu den typischen Beschwerden gehören Schlafstörungen, das „Restless-Legs-Syndrom“ (unruhige Beine), Schweißausbrüche, Übelkeit, innere Unruhe, innere Kälte sowie ein Anstieg des Blutdrucks. Sowohl der Neuro Jet® IX als auch eine individuelle Entzugsmedikation lindern diese Belastungsspitzen gezielt.
Ist ein Entzug in Ihrer Klinik auch bei intravenösem Konsum (i.v.) von Substitol® möglich?
Ein direkter Entzug aus dem intravenösen Konsum heraus ist in unserer Klinik nicht zielführend. Bitte beachten Sie, dass die Konsumform einen entscheidenden Einfluss auf den Entzugsverlauf und die Intensität der Symptomatik hat. Daher ist eine sorgfältige Vorbereitung – insbesondere die vorgängige Umstellung auf eine rein orale Einnahme – wichtig für den Entzugsverlauf. Wir wissen, dass die Umstellung der gewohnten Konsumform (gerade bei intravenösem Konsum) eine große Herausforderung darstellt. Wenn es Ihnen jedoch gelingt, bereits im Vorfeld aus eigener Kraft – bei Bedarf mit unserer Unterstützung – diese stabile Ausgangslage zu erarbeiten, ist die Prognose für einen erfolgreichen und nachhaltigen Entzug im Nachhinein oft deutlich besser.
Warum ist das eigenständige „Abdosieren“ von Substitol® oft so schwierig?
Ein möglicher Grund, neben vielen anderen Umständen, die eine Sucht und Abhängigkeit mit sich bringen, ist, dass Betroffene oft „zu schnell zu viel“ wollen; das Tempo wird zu hoch gewählt und die Reduktionsschritte sind zu groß, was schnell zu Überforderung führen kann. Selbst wenn die persönlichen Voraussetzungen für eine Reduktion eigentlich günstig sind, scheitert dieses Vorhaben häufig auch daran, dass Betroffene in Substitutionsstellen oft nicht die notwendige Unterstützung oder die fachliche Anleitung für ein aktives, kontrolliertes Abdosieren erfahren.
Kann es wirklich sein, dass ein Morphin-Entzug einfacher ist als ich gedacht habe?
Jeder, der schon einen Morphin-Entzug gemacht hat, verfügt über eigene Erfahrungen, meistens eher negative, was viele Ängste auslösen kann. Im Vergleich zu dieser Erfahrung erscheinen die Berichte der Patienten nach einem ESCAPE-Entzug eher überraschend. Wir haben uns dafür eingesetzt, ein Entzugsverfahren zu entwickeln, das grösstmöglichen Komfort und möglichst wenig Leiden mit sich bringt. Durch die Verwendung unserer Neuro Jet®-Stimulatoren und unterstützender Medikamente ergeben sich völlig neue Möglichkeiten beim Morphin-Entzug, die viele als revolutionär empfinden. Die Resultate sind in den Patientenechos nachzulesen oder anzuhören.
Wir sind ein Paar und beide abhängig von Morphin. Können wir den Entzug zusammen machen?
Ja, in unserer Klinik können auch Paare gemeinsam einen Morphin-Entzug durchführen. Eine entscheidende Voraussetzung ist, dass jeder für sich die feste Entscheidung zum Entzug getroffen hat (Abstinenzmotivation) und beide Partner sich in diesem Vorhaben gegenseitig unterstützen können, anstatt sich zu gefährden. Dem Setting und der Planung für die Zeit nach dem Entzug kommt hier eine ganz besondere Bedeutung zu.
Ist es sinnvoll, einen Substitol®-Entzug ohne ambulante Nachsorge zu machen?
In der Regel ist es sinnvoll, für die Zeit nach dem Entzug begleitende Maßnahmen, wie eine ambulante, verhaltensorientierte Psychotherapie, zu organisieren. Diese Entscheidung muss letztlich jeder für sich selbst treffen, doch die Erfahrung zeigt: Wer sich aktiv mit der Sucht auseinandersetzt, hat bessere Erfolgschancen. Solange Sie sich in einer ambulanten Nachsorge befinden oder einen konkreten Plan für die Zeit nach einem Entzug haben, sind die Chancen höher, sich auf die neue Lebenssituation einzustellen, was das Rückfallrisiko senken kann. Zusätzlich kann hierbei eine medikamentöse Rückfallprophylaxe (z. B. Opiatblocker) eine wertvolle Unterstützung bieten.
Erfahrungsberichte
Patienten erzählen über Ihre Erfahrungen des Aufenthalts in unserer Klinik.
Nachsorge
Was sind die Herausforderungen nach einem erfolgreichen Entzug?
Kosten für Entzug
Erfahren Sie mehr über die Preisgestaltung eines Entzugs in der ESCAPE Klinik.
Entzugsablauf
Lernen Sie mehr über unsere innovative ESCAPE Entzugstherapie.
Die ESCAPE Klinik
Seit 30 Jahren unterstützen wir unsere Patienten und Patientinnen.
